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Venture Blog

Roland Manger ROLAND MANGER
Managing Partner
Munich
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Financial Times Deutschland
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Monday, June 2, 2008   Von der Laborbank zur Vorstandsetage
 

Zwar geben Ingenieure und Wissenschaftler als Gründer von Unternehmen in der Wachstumsphase ihres Unternehmens das Ruder ab. Manchmal jedoch entwickeln sie sich unter Feuer zu außergewöhnlichen Unternehmerpersönlichkeiten

Eigentlich ist ein Unternehmensverkauf nichts besonderes im ewigen Kreislauf von Venture Capital. Unternehmen werden finanziert und entwickelt. Irgendwann muss man sich dann von seinen Anteilen trennen um den Fondsinvestoren zu erlauben ihren Gewinn zu realisieren, den sie dann hoffentlich, wenigstens teilweise wieder in einen neuen Venture Capital Fonds investieren.

Über einen Unternehmensverkauf (link: http://www.earlybird.de/de/press/release/690/ ) möchte ich trotzdem ein paar mehr Worte verlieren. Nicht weil er für einen Earlybird Fonds eine zweistellige Vervielfachung des eingesetzten Kapitals gebracht hat, sondern wegen des besonderen Unternehmers der hinter diese Erfolgsgeschichte steht.

Mein Partner Rolf Mathies hat Rainer Christine vor etwa zehn Jahren beim Kölner Business Plan Wettbewerb kennengelernt. Rainer war damals ein junger Wissenschaftler ohne betriebswirtschaftliche Ausbildung und Erfahrung. Allerdings er eine Idee und eine Vision mit sehr viel Potential: Wie kann man Erbinformationen zuverlässig und ungefährlich in Zellkerne von Primärzellen einschleusen und damit die Pharmaforschung in vielen Bereichen deutlich leistungsfähiger machen ?

Zusammen mit seinem Team entwickelte er Verfahren und Geräte, die heute weltweit eingesetzt werden. Während viele andere Ingenieure und Wissenschaftler nach der Firmengründung weiter führende Rollen in der Produktentwicklung spielen, hat Rainer sich sehr schnell als exzellenter Firmenlenker bewiesen und die Rolle des Vorstandsvorsitzenden der Amaxa AG (link: http://www.amaxa.com/ ) bis heute mit Recht inne.

Wie alle jungen Unternehmen hat auch Amaxa einige Herausforderungen meistern müssen. Schon früh war klar, dass der internationale Erfolg des Unternehmens von einem gelungenen Markteintritt in den USA abhängt. Viele gute deutsche Technologieunternehmen sind schon an dieser Aufgabe gescheitert. Rainer Christine und Amaxa haben sie mit Bravour gemeistert.

Aus meiner Sicht stellte er seine Meisterschaft jedoch an einer anderen Stelle unter Beweis:
Viele Gründer, die ein schnell wachsendes Unternehmen führen, sind erfolgreich solange das Wachstum anhält. Häufig erkennen sie aber nicht rechtzeitig heranziehende schwierige Marktphasen. Ich kenne kein erfolgreiches VC finanziertes Unternehmen, das nicht mindestens einmal drastisch Kosten senken und auch Mitarbeiter entlassen musste.

Keiner tut das gerne und viele verschließen davor die Augen. Rainer hat die kritische Phase seines eigenen Unternehmens früh vorhergesehen, rechtzeitig auf die Bremse getreten und somit Schaden vom Unternehmen abgewendet.

Für jemand der ohne vergleichbare Erfahrung frisch von der Laborbank kommt keine schlechte Leistung.

   

 
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