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Venture Blog

Roland Manger ROLAND MANGER
Managing Partner
Munich
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Financial Times Deutschland
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Monday, May 26, 2008   Fakten statt Phrasen
 

Ein Jungunternehmer, der Venture Capital erhalten will, muss sich im Wettbewerb um Finanzierung durchsetzen. Dabei schaden komplizierte technische Details im Business-Plan ebenso nichtssagende Phrasen.

Wer, wie wir, jährlich über 1000 Geschäftspläne erhält, muss sehr schnell entscheiden, was davon er sich wirklich genau ansehen will. Gerade weil für diese Erstauswahl wenig Zeit bleibt, sind nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form und die Formulierungen wichtig.

Hinter den eingesandten Konzepten stehen häufig brillante Ingenieure oder Wissenschaftler. Diese drücken sich allerdings oft so aus, wie sie es aus ihrem Umfeld gewohnt sind. Technische Aspekte werden in den Vordergrund gestellt, der Text ist mit Fachbegriffen gespickt und häufig fehlt eine klare Zusammenfassung, die erklärt, was die Technik zum Geschäftsmodell macht.

Das wahre Potenzial der Idee bleibt verborgen. Ein einigermaßen kundiger Venture-Capital-Investor kann dies durch Kreativität und Erfahrung bei der Interpretation des Geschäftsplanes ausgleichen und damit der Grundidee noch etwas abgewinnen. Ein Risiko bleibt jedoch: das vollständige Potenzial kommt möglicherweise nicht zum Vorschein.

Den Technikern muss man mit der Darstellung noch helfen, sie erscheinen aber meistens fachlich sehr glaubwürdig. Eine andere Gruppe von Gründern hat genau das gegensätzliche Problem. Sie werfen bei der Darstellung Ihres Vorhabens mit Gemeinplätzen und Worthülsen wie "revolutionär", "Paradigmenwechsel", "massives Kundeninteresse und "langjährige Management-Erfahrung" nur so um sich. Manchmal tauchen all diese Begriffe innerhalb weniger Sätze auf.

Den Investor interessieren nur die Fakten
Mich interessieren eher harte und nachweisbare Fakten: Welche Aspekte des Produktes haben welchen Nutzen? Wie unterscheidet sich dies vom bisher dagewesenen? Welche potenziellen Kunden kennen das Produkt? Was machen sie damit? Gibt es Bestellungen? Was wird dafür gezahlt? Wer wird noch kaufen und mit welcher Wahrscheinlichkeit? Warum? Welche Aufgaben hatten die Gründer bisher in anderen Unternehmen oder an der Uni? Was haben sie dabei selbst geleistet?

Wer zu sehr mit Adjektiven und Adverben um sich wirft, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem und drängt dem Leser bestimmte Schlussfolgerungen auf. Ich möchte gerne auf der Basis von Fakten selbst die Meinung entwickeln, dass der Markt gigantisch groß, der Gründer genial und das Produkt hoch attraktiv ist, statt im Geschäftsplan zu lesen: "Wir bieten ein hoch attraktives Produkt, entwickelt von genialen Entwicklern für einen gigantischen Markt".

Also: Durchkämmen Sie bitte noch einmal das Dokument nach Adjektiven und reichern es - wenn nötig - mit Fakten an. Dann wird es auch kolossal besser laufen mit dem Investor.

  www.ftd.de/karriere_management/management/:Kolumne%20Fakten%20Phrasen/359496.html?eid=349315&zid=349

 

 
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