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VC-Investoren leben von der Wertsteigerung ihrer Anteile. Messbar wird diese aber erst mit der Veräußerung der Anteile, dem so genannten Exit. Aufgrund dieses Geschäftsmodells der VCs und aufgrund der limitierten Fonds-Laufzeiten (in der Regel 10 Jahre) ist ein VC immer ein Partner auf Zeit. Alle Parteien sollten sich im Klaren darüber sein, dass ein Ausstieg irgendwann zwingend ist. Langfristige Exit-Vorbereitung erhöht die Chancen auf ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten.
Die Erfolgswahrscheinlichkeiten eines Exits– mittels Börsengang (IPO) oder Unternehmensverkauf (Trade Sale) – hängen stark von den Marktgegebenheiten ab. Es gibt Märkte, in denen kontinuierlich und sehr aktiv akquiriert wird, und andere Märkte, in denen sich recht enge Fenster für einen Unternehmensverkauf oder einen Börsengang auftun und dann für lange Zeit wieder verschlossen sind.
Entsprechend gibt es auch keine Standard-Rezepte für Exits. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre lassen sich jedoch einige Empfehlungen zur Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit ableiten. Frühzeitige Abstimmung der Exitstrategie: die Interessen von Unternehmern und Investoren gehen gerade beim Thema Exit oft auseinander. Zwar wollen beide Seiten einen möglichst hohen Wert für ihre Anteile erzielen, die Unternehmer haben jedoch auch ihre berufliche und private Perspektive vor Augen. Da kann es dann schon mal geschehen, dass der Verkauf, beispielsweise an den ausländischen Wettbewerber, von den Gründern blockiert wird.
Daher sollten Investoren und Unternehmer schon vor dem ersten Investment ein gemeinsames Verständnis zur Exitstrategie erarbeiten. Bis wohin soll das Unternehmen entwickelt werden? Ab welchem Stadium ist ein Verkauf erforderlich? Wer sind mögliche Käufer mit welcher Motivation? Gibt es gegebenenfalls eine Perspektive für einen Börsengang? Was sind die Mindest-Ertragserwartungen im Erfolgsfall?
Ausrichtung des Unternehmens im Hinblick auf einen späteren Exit: die Exitstrategie sollte sich schon frühzeitig in Ausrichtung und Aufstellung des Unternehmens widerspiegeln. Ein Beispiel aus dem Earlybird-Portfolio soll dies verdeutlichen: ein Internet-Service Provider war als europäisches Pendant zu einem erfolgreichen US-Wettbewerber gegründet worden. Die Exitstrategie des Unternehmens bestand von Anfang an darin, später als europäischer Marktführer an die Nummer 1 oder 2 des US-Marktes verkauft zu werden. Also begann das Unternehmen sehr früh mit der Vermarktung in den wesentlichen Ländern Europas. Nach fünf Jahren war das Unternehmen Nummer 1 in Europa und wurde zu einem sehr attraktiven Preis vom US-Wettbewerber aufgekauft.
Frühzeitige Entwicklung von Partnerschaften: im gleichen Zusammenhang stehen strategische Partnerschaften mit führenden Unternehmen aus der Zielindustrie. Aus technischen oder marktseitigen Partnerschaften entstehen nicht selten interessante Akquisitionsmöglichkeiten. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass sich das Unternehmen durch solche Partnerschaften nicht zu sehr einengt und dadurch seine Optionen für einen Verkauf oder einen Börsengang beschneidet.
Wahrnehmen von Chancen: manchmal ergeben sich unerwartete Chancen für einen Verkauf, weil etwa ein etablierter Marktteilnehmer sein Technologie-Portfolio ergänzen oder strategisch wichtige Märkte erschließen möchte. Gerade in der Hype-Phase wurden frühe Angebote nicht selten von den Anteilseignern junger Unternehmen in Erwartung weit höherer Unternehmenswerte ausgeschlagen. So mancher Aktionär hat dies später bitter bereut und vergeblich auf eine neue Chance gewartet. Daher sollte jedes Angebot sorgfältig geprüft werden. Ist ein Marktfenster gerade offen, ist es oft besser, gut zu verhandeln, als stur auf den "optimalen" Zeitpunkt zu warten.
Hinzuziehen von Experten zur besseren Wertrealisierung: es empfiehlt sich, zur Vorbereitung und Durchführung eines Verkaufsprozesses mit erfahrenen M&A-Beratern zusammenzuarbeiten. Diese können den zeitraubenden Prozess professionell betreuen und im Idealfall einen Wettbewerbsdruck aufbauen, der sich in der Regel positiv auf den Verkaufspreis auswirkt.
In einem Beispielfall aus dem Earlybird-Portfolio konnte der Preis durch einen gut geführten Prozess mehr als verdoppelt werden. Ähnlich wichtig sind erfahrene und angesehene Investmentbanken bei der Vorbereitung eines Börsengangs. Eine renommierte Bank als Syndikatsführer bei einem Börsengang an der Seite zu haben signalisiert Substanz und Werthaltigkeit und bringt meist überlegene Platzierungskraft mit sich. Auch hier ist Leistung meist ausschlaggebender als Preis.
enable.ftd.de/die-stimme-des-geldes/2008/03/17/exit-die-dna-des-vc-geschaftsmodells/
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