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Venture Blog

Roland Manger ROLAND MANGER
Managing Partner
Munich
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Monday, February 25, 2008   Venture Capital Fondsbeteiligungen – nur für die großen Tiere?
 

Für institutionelle Anleger stellen Private Equity und Venture Capital Beteiligungen ein zunehmend wichtiges Element der Anlagestrategie dar. Für kleinere Anleger gibt es nur begrenzt Zugang und Zweck, Potential und Risiken müssen sorgfältig abgewogen werden

Obwohl es sich oft nicht so anfühlt und die meisten meiner Tätigkeiten eher weniger damit zu tun haben, ich bin doch in einem Unternehmen, das zur Finanzdienstleistungsindustrie gehört.

Der größte Teil der Arbeitskraft eines VCs verwende ich auf die Betreuung der Beteiligungen an unseren Portfolio-Unternehmen, insbesondere durch die Arbeit als Mitglied in deren Aufsichtsgremien. Dadurch schaffen wir Werte für die Investoren, deren Geld wir anlegen.

Ab und zu werde ich von Bekannten oder Menschen, die ich gerade kennen lerne, gefragt, wer denn in unsere Fonds investieren könne. Dahinter versteckt sich meistens die Frage: könnte ICH denn da auch investieren ?

Die Standardantwort der meisten VCs darauf ist: vielleicht, wenn Sie mindestens 5M Euro dafür locker machen können. Dies ist formal richtig. Sowohl die Initiatoren von VC-Fonds als auch die klassischen institutionellen Investoren in VC-Fonds möchten es mit einem überschaubaren Umfeld zu tun haben. Je mehr verschiedene Investoren als Gesellschafter an einem Fonds beteiligt sind, umso mehr Zeit verbringen Fondsmanager mit Investoren und damit umso weniger mit dem was eigentlich den Wert schaffen soll, nämlich den Beteiligungen.

Oft wird diese Antwort von meinen Gesprächspartnern aber nicht hingenommen. Es kommt die Nachfrage: Gibt es denn keinen Weg auch Normalsterblichen als Investoren Zugang zu Venture-Capital-Fonds zu geben? Diese Wege gibt es, sie sind nur mit Vorsicht zu begehen. Die allgemeinen Regeln des systematischen und risikobewussten Investierens sind auch hier zu beachten.

In den Hochzeiten der New Economy haben viele Privatinvestoren einen zu großen Anteil ihres gesamten frei verfügbaren Vermögens in allerlei junge Technologiefirmen gesteckt, sei es über den Neuen Markt, die NASDAQ oder VC-Fonds.

In den USA, wo Zugang zu erfahrenen VC-Fonds schon lange nur erfahrenen, meist institutionellen Investoren vorbehalten war, gab es Initiativen wie zum Beispiel MeVC von der bekannten VC-Gesellschaft DFJ, die sich bewusst nur an kleinere Anleger wendeten, um ihnen auch einen Platz an der Sonne zu bieten.

In den meisten Fällen wurden die Anleger enttäuscht. Entweder weil sie am Ende Geld verloren, oder nicht genügend damit vertraut waren, dass es bei VC-Fonds auch gerne einmal zehn Jahre dauern kann bis das Geld zurückkommt, falls ein Fonds durch eine längere Rezession wie die der frühen 2000er gehen muss.

Wer aus diesen Erfahrungen gelernt hat, und nicht selbst Großanleger ist, hat einige Möglichkeiten Venture-Capital-Fondsbeteiligungen als Beimischung zum Anlageportfolio zu bekommen.

Bei Dachfondsanbietern wie König & Cie. oder RWB beteiligt sich der Anleger indirekt an VC-Fonds, die der Dachfondsanbieter über eine gewisse Laufzeit hinweg anbietet. Bei sogenannten Feeder Fonds oder Vorschaltfonds kann der Anleger indirekt in einen spezifischen von ihm selbst gewünschten VC-Fonds investieren. Beispiele dafür in Deutschland waren und sind der Vorschaltfonds bei Wellington Partners Life Science Fonds III und Fonds & Vermögen Early Capital 1 (die in unseren Earlybird IV Fonds investieren).

Die Möglichkeiten sind vorhanden aber noch nicht sehr vielfältig. Wichtig ist vor allem das sich der Anleger nicht nur der potenziellen Renditen sondern auch des potenziellen Risikos bewusst ist, das er mit einem solchen Engagement eingeht und welche Rolle ein solches Engagement im eigenen Portfolio spielen soll. Als Beimischung und diversifizierendes Element ist es eher geeignet denn als Kernanlage für die persönliche Altersversorgung.

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