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Venture Blog

Roland Manger ROLAND MANGER
Managing Partner
Munich
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Financial Times Deutschland
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Monday, February 11, 2008   Shanghai or die!
 

Noch immer glauben viele Technologieunternehmer ihre Welt würde von den USA dominiert. Doch die massive Verbreitung des Webs und des mobilen Internets in Asien straft sie Lügen.

Nach einer langen Woche in den USA sitze ich auf dem Weg zurück nach Deutschland neben einem der Top-Manager von VeriSign, einem großen amerikanischen Unternehmen, ein wenig wie die Wach- und Schließgesellschaft des Internets. VeriSign verschlüsselt einen großen Teil der geschützen Datenströme im Internet, vergibt und kontrolliert digitale virtuelle Ausweise und sorgt für einen großen Teil der Namensgebung im Web und im mobilen Internet.

Wir unterhalten uns darüber, wie sich die Datenströme weltweit verändern. In den ersten fünf bis zehn Jahren des kommerziellen Internets war das Internet größtenteils amerikanisch und etwas europäisch. Heute kommt, vor allem beim mobilen Internet, der grüßte Teil des Verkehrs privater Nutzer aus Asien.

Die größere Anteil jüngerer Menschen an der Bevölkerung zusammen mit der großen absoluten Anzahl an Menschen und der Bereitschaft, ja Lust, neues auszuprobieren, führt dazu, dass viele spannende, innovative Anwendungen und Nutzungsformen des Internets in Asien erfunden oder zumindest dort am schnellsten Verbreitung finden. Mein Nachbar sieht diesen Trend bestätigt. Tag für Tag beobachtet er, wie die Datenströme im Osten anschwellen.

Das hat Konsequenzen auch für uns als VCs. Wir werden nicht in Asien investieren, das können andere tun, die dort zuhause sind und sich vor Ort auskennen. Allerdings schauen wir bei neuen Internet Ideen nicht mehr nur auf den europäischen Markt oder auf die USA als Leitmarkt. Heute richten wir, vor allem bei den Themen Mobil und Jugendkultur unseren Blick auf China, Korea und Südostasien.

Der Trend Richtung Osten geht aber auch über die Internet-Anwendungen hinaus. Während früher Korea und China die verlängerte Werkbank der europäischen und amerikanischen Elektronikkonzerne war und Geräte zusammenschrauben durfte, werden heute die meisten Geräte dort komplett entwickelt. Selbst westliche Konzerne wie Motorola und Nokia haben Entwicklerteams in China, deren Arbeit nachher bestimmt welche Komponenten in den später am Markt verkauften Geräten Verwendung findet.

Für unsere Portfolio-Firmen die Software, Elektronik oder andere Komponenten für den elektronischen Massenmarkt entwickeln spielt die Musik also dort. Nur wer die chinesischen Systementwickler überzeugen kann, wird in Zukunft auch im europäischen oder amerikanischen Markt erfolgreich sein (ganz abgesehen vom asiatischen).

Der amerikanische VC Joe Schondorf hat es bei einer Rede vor seinen Unternehmern auf den Punkt gebracht mit dem Appell: Shanghai or die!

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