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Die Finanzierungslücke für innovative junge Unternehmen in Deutschland war in der Gründungsphase besonders groß. Dies hat sich seit der Etablierung des High-Tech Gründerfons deutlich verbessert.
von Roland Manger
Gestern kam eine nette, witzig gestaltete Weihnachtskarte von der Financial Times Deutschland. Vorne drauf in der Standardtype der FTD steht: "Es gibt auch Unternehmer, über die können auch wir nur Gutes berichten."
Macht man die Karte auf, lacht einem der Weihnachtsmann entgegen.
Schon vor eine Weile hatte ich mir überlegt über den High-Tech Gründer Fonds (HTGF) und seinen Gründer und Geschäftsführer Michael Brandkamp zu bloggen. Die Weihnachtskarte hat mich wieder daran erinnert. Zwar würde ich Herrn Brandkamp nicht mit dem Weihnachtsmann vergleichen, aber ich finde der Satz auf der ersten Seite der Karte passt zu ihm.
An anderer Stelle habe ich davon geschrieben, dass Kapital für junge innovative Unternehmen in Deutschland sehr knapp ist. In Deutschland selbst werden nur in sehr geringem Maße neue VC-Fonds aufgelegt. In 2006 flossen gerade mal 400 Mio. Euro in High-Tech-VC-Fonds hinein.
Ausländische VC-Fonds haben zwar mehr Geld (in amerikanische High-Tech VC-Fonds zum Beispiel flossen 2006 etwa 20 Mrd. Euro, also 50 mal mehr als in deutsche), aber wenn sie sich für deutsche Unternehmen interessierten, dann meist nur für solche, die bereits weit entwickelt sind, das heißt, signifikante zweistellige Millionenumsätze machen, profitabel sind und aus dem Gröbsten heraus.
Das wenige deutsche Kapital kann sich vom Pool der zahlreichen deutschen Startups auch die Sahne abschöpfen. Seit 2002 investiert kaum noch ein Venture-Fonds in Deutschland in sogenannte Seed Investments, also Unternehmen, die gerade gegründet werden, deren Produkt noch nicht fertig entwickelt ist und die noch viel Hilfe mit dem ersten Geschäftsplan brauchen.
Diese Misere vor Augen, hob Michael Brandkamp, der schon früher bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Abteilungsdirektor für Innovationsfinanzierung war, Mitte 2005 den vom Bundeswirtschaftsministerium und der KfW initiierten High-Tech-Gründerfonds) aus der Taufe. Geschickt wurden einige deutsche Großunternehmen überzeugt, ebenfalls Kapital für die Zukunft des Technologiestandortes Deutschland in den HTGF zu investieren. Nun verfügt der HTGF über fast 300 Mio. Euro an Kapital und kann damit etwa 300 vielversprechenden innovativen Unternehmen zum Start verhelfen. Auch der enable2start-Gründer Mario T. Cameron hat sich dort beworben.
Zunächst hatten Skeptiker darauf verwiesen, dass aus einer solchen "Staatsveranstaltung" nicht wirklich etwas gutes herauskommen kann. Aber da hatten sie Brandkamp, sein Team aber auch das BMWi und die KfW unterschätzt. Brandkamp setzt auf etablierte VC-Prozesse und Incentive-Strukturen. Statt mit der Gießkanne, geht er phasenweise mit immer feineren Filtern vor und wählt so die Gründer mit dem größten Potenzial aus.
Der High-Tech-Gründerfonds wird mittlerweile von etablierten Investoren im In- und Ausland ernst genommen und ist für die Frühphasenlandschaft in Deutschland eigentlich nicht mehr wegzudenken.
www.enable.ftd.de/die-stimme-des-geldes/2007/12/17/fast-so-gut-wie-der-weihnachtsmann/
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