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VDI nachrichten, München, 26. 10. 07, ps –
Die deutschen Wagnisfinanzierer investieren wieder kräftiger – nicht zuletzt, weil sie ihre eigenen Kassen im Laufe des Jahres deutlich auffüllen konnten. Die aktuellen Zahlen des Venture Capital Panels zeigen, dass sich hierzulande vor allem vermögende Privatleute für die riskante Anlageklasse erwärmen.
Mehr Kapital für Hightech-Gründer: Im dritten Quartal dieses Jahres haben die führenden deutschen VC-Gesellschaften 104 Investments mit einem Volumen von 116 Mio. € getätigt. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vor-Quartal, indem nur 84 Investments mit einem Volumen von 101 Mio. € verzeichnet wurden. Besonders profitieren konnten Unternehmen, die in so genannten A-Runden erstmals mit Venture Capital ausgestattet wurden. Über die Hälfte aller Finanzierungen entfiel auf diese Unternehmen.
Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Venture Capital Panel, für das die Münchener Beratungsgesellschaft Fleischhauer, Hoyer & Partner (FHP) gemeinsam mit den VDI nachrichten 36 Wagnisfinanzierer befragt.
Sowohl unabhängige VC-Gesellschaften als auch öffentliche Investoren trugen zu dem Aufschwung bei. Die aus KFW, Hightech Gründerfonds, Bayernkapital und NRW.Bank bestehende Gruppe der öffentlichen Investoren war an fast jedem zweiten Investment beteiligt (siehe Grafik). Privat finanzierte VC-Fonds waren für 57 Finanzierungen verantwortlich. Dass sie sich wieder stärker engagieren, hängt auch mit erfolgreichem Fundraising zusammen (siehe Kasten).
Mit zehn Investments war holtzbrincks networXs der aktivste Finanzierer. „Die Venture-Capital-Gesellschaft der Verlagsgruppe Holtzbrink hat sich in diesem Jahr zu einem der größten Investoren im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnologie etabliert“, kommentiert Götz Hoyer, der bei FHP das VC-Panel betreut.
Das meiste Kapital nahm Wellington Partners in die Hand: In neun Beteiligungen wurden 21 Mio. € angelegt. Besonders investitionsfreudig waren im dritten Quartal außerdem die Wagnisfinanzierer Earlybird und IBB, die jeweils fünf Finanzierungsrunden abschlossen.
Attraktivster Technologiesektor war mit Abstand – und zum ersten Mal – der Bereich Internet-Services: Rund 30 Mio. € flossen in 18 Unternehmen. Auf Platz zwei folgten Biotech-Investments mit einem Volumen von 19 Mio. €. Auf Rang drei und vier landeten Software-Firmen (14 Mio. €) und Unternehmen aus der Medizintechnik (13 Mio. €).
Noch stärker als schon in den vorangegangenen Quartalen profitierten Unternehmer aus Bayern. 29 % aller Investments erfolgten in Firmen aus dem Freistaat. Auf die Plätze zwei und drei kamen Berlin mit 13 % und NRW mit 11 % aller Beteiligungen. Der Anteil der Investments in ausländische Unternehmen ging hingegen deutlich zurück und betrug nur noch 10 % nach durchschnittlich 25 % in den Vor-Quartalen.
Erneut angestiegen sind die Beteiligungsverkäufe: Wie schon im ersten Quartal dieses Jahres wurde die Rekordzahl von 36 Exits verbucht. Hiervon entfielen diesmal jedoch 19 Unternehmensverkäufe auf sogenannte Secondary-Sales, bei denen Beteiligungen an eine andere Private-Equity-Gesellschaft veräußert werden.
Deutliche Spuren hinterließ die Finanzmarktkrise: Im dritten Quartal kam es zu keinem einzigen Börsengang (Vor-Quartal drei Börsengänge). Nur vier Mal konnten Aktien nach einem vorangegangenen Börsengang veräußert werden. Die Zahl der Abschreibungen verharrte auf dem niedrigen Wert des Vor-Quartals. Lediglich eine Firma musste geschlossen werden.ps/gh

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